Der Ösophagus (Speiseröhre), kurz Ösi genannt, verbindet als etwa 25 cm langer Muskelschlauch den Rachen mit dem Magen. Durch seine Elastizität kann er sich beim Schlucken auf bis zu 3,5 cm aufdehnen, jedoch nicht an den drei physiologischen Engstellen der Speiseröhre:
- Der Ringknorpelenge (Ringknorpel: Teil des Kehlkopfes)
- Der Aortenenge
- Der Zwerchfellenge.
Diese Engen sind von erheblicher klinischer Bedeutung, da sich Entzündungen und Tumoren bevorzugt dort zeigen und verschluckte Fremdkörper hier stecken bleiben.
Normalerweise ist das Lumen des Ösophagus an seinem oberen und unteren Ende durch den oberen bzw. unteren Ösophagussphinkter verschlossen. Zu Beginn des Schluckaktes erschlafft der obere Ösophagussphinkter, und der Speisebrei tritt vom Rachen in den Ösophagus über. Durch wellenförmige Kontraktionen der glatten Ösophagusmuskulatur (Peristaltik) wird er in Richtung Magen transportiert. Kommt die peristaltische Welle am unteren Ösophagusende an, öffnet sich reflektorisch der untere Ösophagussphinkter, und der Speisebrei gelangt in den Magen. Im Ösophagus finden keine Verdauungsvorgänge statt.