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Der Dickdarm und das sich anschließende Rektum (Mastdarm) bilden den letzten Abschnitt des Magen-Darm-Traktes.

Man unterscheidet folgende Dickdarmabschnitte:

  • Blinddarm (Zökum) mit Wurmfortsatz (Appendix vermiformis). Übrigens: Der Appendix entzündet sich (Appendizitis), nicht der Blinddarm!
  • Kolon (Grimmdarm) mit den vier Abschnitten Colon ascendens (aufsteigender Grimmdarm), Colon transversum (querverlaufender Grimmdarm), Colon descendens (absteigender Grimmdarm) und Colon sigmoideum (S-förmiger Grimmdarm, Sigmoid, kurz Sigma).

Der Übergang zwischen Ileum und Zökum grenzt sich deutlich durch zwei Schleimhautfalten ab, die als Ileozökalklappe bezeichnet werden. Die Ileozökalklappe verhindert einen Rückfluss von stark bakterienhaltigem Dickdarminhalt in den Dünndarm.
Am Ende befindet sich das Rektum mit dem Anus. Die Kontinenz wird durch 3 Schließmuskel sichergestellt, dessen Muskulatur in einem Fall glatt (als eine Fortsetzung der Ringmuskulatur der Darmschleimhaut) und und in zwei quergestreift sind (Teil der willkürlich steuerbaren Beckenbodenmuskulatur). Der innere Schließmuskel öffnet ohne unser Zutun, und wenn dann gerade kein Klo in der Nähe ist, müssen wir die beiden äußeren so lange kontrahieren, bis eines da ist.

An der Dickdarmschleimhaut findet man keine Zotten mehr, sondern ausschließlich besonders tiefe Einstülpungen, die Dickdarmkrypten.
Weitere Besonderheiten der Dickdarmwand sind die Haustren (Aussackungen der Darmwand; dazwischen liegen logischerweise Einziehungen), Taenien (3 bandartige, etwa 1 cm breite Längsmuskelstreifen) und Plicae (zipfelförmige Fettanhängsel).

Funktion des Dickdarms

Stuhleindickung (nur etwa 100 – 150 ml Flüssigkeit pro Stuhlgang): Im Dickdarm wird der Darminhalt durch Rückresorption von Wasser und Elektrolyten auf eine Menge von ca. 150 – 200 ml pro Tag eingedickt.

Zudem Zersetzung von weiter oben nicht verdaulichen Nahrungsbestandteilen durch Bakterien. Coli-Bakterien zersetzen v.a. von  Zellulose (der Zuckerspeicherform der Pflanzen) umschlossene Bestandteile. Bei der Zersetzung von Kohlenhydraten kommt es zur Gärung (Blähungen), bei der von Proteinen zur Fäulnis (Geruch!!).

Die Braunfärbung stammt vom Bilirubin (aus dem Abbau der roten Blutkörperchen, Erythrozyten) und von Gallenpigmenten. Ach so: Die von den Bakterien freigesetzten Nährstoffe werden selbstredend über die Dickdarmwand resorbiert und dem Blut zugeführt. Da die Menge begrenzt ist, ist im Dickdarm keine entsprechende Wandanpassung wie im Dünndarm notwendig.

Abschnitte

Der Dünndarm (4-5 Meter lang) besteht aus drei Abschnitten, die ohne scharfe Grenzen ineinander übergehen:

  • Duodenum (Zwölffingerdarm)
  • Jejunum (Leerdarm)
  • Ileum (Krummdarm). Mit der Ileozökalklappe geht der Dünndarm in den Dickdarm über.

Jejunum und Ileum sind im Gegensatz zum fest eingebetteten Duodenum außerordentlich beweglich. Sie hängen in ihrer ganzen Länge an einem fettreichen, bindegewebigen Aufhängeband aus Peritoneum, dem Mesenterium (Gekröse), in welchem auch die Arterien, Venen, Lymphgefäße und Nerven des Dünndarms verlaufen.

Besonderheiten der Dünndarmwand

Charakteristisch für den Dünndarm ist eine starke Oberflächenvergrößerung der Schleimhaut durch Kerckring-Falten (hohe, ringförmige Schleimhautfalten), Zotten (ca. 1 mm hohe Schleimhautausstülpungen), Krypten (etwas kleinere Schleimhauteinsenkungen) und Mikrovilli (Zytoplasmafortsätze, die wie kleine Haare den Epithelzellen aufsitzen). Über die so entstehende, große Oberfläche (etwa 200 qm) werden Nährstoffe aufgenommen und Verdauungssekrete sowie Galle rückresorbiert.
In den Lieberkühn-Krypten (schlauchförmige Vertiefungen zwischen den Zotten) sind schleimbildende Becherzellen (als Schutz), die Brunner-Drüsen im Duodenum bilden Schleim (alkalisches Sekret als Schutz vor saurem Speisebrei aus dem Magen) sowie das Enzym Enterokinase, welches das eiweißzersetzende Enzym Trypsin aktiviert.
Auch finden sich im Dünndarmsaft (bis zu 15 Liter pro Tag) zahlreiche Hormone, die in der Dünndarmwand gebildet werden. Dazu gehört Sekretin (siehe Magen). Fast alle dieser Enzyme stimulieren das Pankreas (Ausschüttung von Insulin und Verdauungsenzymen) und hemmen die Magensaftproduktion und die Magenperistaltik; eigentlich logisch: Warum soll der Magen aktiv sein, wenn eine Etage tiefer die Verdauung auf Hochtouren läuft? Im Gegenzug werden die Hormone & Enzyme des Pankreas dringend gebraucht! (Ich verzichte darauf, alle Hormone aufzuzählen)

Im Duodenum mündet die Duodenum- (Vater-)Papille, über die Galle und Pankreas-Enzyme in den Darm gelangen. Im Ileum wird die Schleimhautvergrößernde Faltung geringer, dafür gibt es viele Lymphfollikel (Peyer-Plaques), die als Teil des Immunsystems der Ausschaltung von Krankheitserregern und Antigenen dienen. Außerdem gibt es ein autonomes Nervensystem für die Schleimhaut (Meissner-Plexus) und die Muskelschicht (Auerbach-Plexus) in der Wand des Dünndarms.

Aufgaben des Dünndarms

Die Nahrung wird im Dünndarm in ihre Grundstoffe zerlegt, die dann über das Kapillarnetz in der Darmwand ins Blut (Pfortader) resorbiert werden.
Das gilt für Kohlenhydrate, Aminosäuren, Fette (kurz-/mittelkettig). Nur langkettige Fettsäuren und einige andere Stoffe werden über die Lymphbahnen abtransportiert.

Unterhalb des Zwerchfells erweitert sich der Verdauungskanal sackartig zum Magen (Ventriculus, Gaster). Der Magen ist ein Muskelsack mit Schleimhautauskleidung (Achtung! 3 Muskelschichten: zusätzlich zur Längs- & Ring- noch eine schräge Muskelschicht).

Abschnitte:

  • Cardia (Eingang)
  • Fundus (kuppelförmige, luftgefüllte Wölbung)
  • Corpus (Körper; Hauptteil)
  • Antrum (Ausgang) mit Pylorus (Pförtner), der die Passage in den Dünndarm kontrolliert.

Die Magenschleimhaut und der Magensaft

Die rötlich-graue Magenschleimhaut ist reich mit Drüsen durchsetzt, die in Abhängigkeit von der Nahrungsaufnahme durchschnittlich zwei Liter Magensaft pro Tag absondern. Seine Bestandteile sind:

  • Salzsäure (HCl) als „Desinfektionsmittel” und zur Einleitung der Eiweißverdauung (Denaturierung der Eiweiße) aus Belegzellen
  • Pepsinogene und Pepsine zur Eiweißverdauung sowie Lipase zur Fettverdauung (aus Hauptzellen)
  • Magenschleim (Muzin), der intensiv auf der Magenschleimhaut haftet und sie vor der aggressiven Salzsäure schützt (aus Nebenzellen)
  • Intrinsic Factor, der zur Resorption von Vitamin B12 im Dünndarm benötigt wird (aus Belegzellen)

Die Magensaftbildung wird durch den N. vagus (Hauptnerv des parasympathischen Systems) und die Hormone Gastrin und Sekretin gesteuert. Man spricht von hormonell-nervaler Steuerung. Gastrin stammt aus den G-Zellen des Magens und gelangt auf dem Blutweg (hämatogen) zu den Haupt- & Belegzellen (Anregung der Sekretion & der Magenmotilität). Angedaute Proteine starten die Gastrin-Ausschüttung; Nikotin, Gewürze, Alkohol & Koffein fördern sie zusätzlich.
Der Anblick & Geruch von Nahrung und Rezeptorenreize im Mund lösen Magensaftproduktion aus. Auch die Dehnung der Magenwand wird von Rezeptoren erfasst.

Und dann noch

Auch die Peristaltik (für Durchmischung des Speisebreis und Kontakt mit Magensaft) wird hormonell und nerval gesteuert.
Fassungsvermögen: etwa 1,5 Liter. Gemüse & Obst verweilen 1-2 Stunden, Kohlenhydrate etwas länger, proteinreiche Kost noch einwenig länger. Am längsten (5-8 Stunden) bleibt fettreiche Kost im Magen.