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L-Dopa, also Levodopa, kam erst 1973 auf den Markt.

Levodopa ist der Grundstoff für Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Melanin. Es passiert die Blut-Hirn-Schranke und ist daher für die Therapie des Morbus Parkinson ideal. Damit es nicht zu früh in Dopamin umgewandelt wird, kommt ein sog. Decarboxylase-Hemmer hinzu: Entweder Carbidopa oder Benserazid.

Bei der Decarboxylierung wird aus einem chemischen Molekül ein Kohlenstoffdioxid-Molekül abgespalten (1 C, 2 O … das kennen wir doch? Und zwar unter der Kurzbezeichnung Kohlendioxid). Diese chemische Reaktion ist für die Umwandlung von L-Dopa in Dopamin wichtig, und außerhalb des Liquorraumes, noch im Körper, würde die recht bald stattfinden. Beim Parkinson fehlt das Dopamin als Überträgerstoff aber massiv in der Schwarzen Substanz im Mittelhirn, und da muss L-Dopa erstmal hinkommen. Daher ein Stoff, der diese chemische Reaktion hemmt: Der Decarboxylase-Hemmer. (Zur Erinnerung: -asen sind immer Enzyme, die eine bestimmte Reaktion antreiben. Hier wird also das Enzym, welches die Decarboxylierung vorantreibt, gehemmt.)

Im Hirn hingegen ist die Umwandlung in Dopamin ausdrücklich erwünscht, denn dort fehlt es ja, und nachdem L-Dopa die Blut-Hirn-Schranke üerwunden hat, kann es losgehen. So gesehen ist L-Dopa nicht die arzneimittelkundlich wirksame Substanz, sondern deren Vorstufe (in der Pharmakologie spricht man von Prodrug).

L-Dopa eignet sich auch zur Therapie des Restless Leg Syndroms (RLS). RLS ist eine neurologische Erkrankung mit Gefühlsstörungen und Bewegungsdrang in den Beinen, einhergehend mit unwillkürlichen Bewegungen, auch im Schlaf. [Unser guter Freund und Nachbar leidet darunter, nimmt L-Dopa -- und es wirkt!] Nebenwirkung ist eine gesteigerte sexuelle Aktivität. [Auch das kann hinkommen, sagt unser Freund und Nachbar.] Weiterhin werden Dyskinesien (unwillkürliche, überschießende Fehl-Bewegungen), Herzrhythmusstörungen, erhöhter Augeninnendruck und psychische Störungen beobachtet.

Gerade bei Jüngeren, die noch eine ganze Weile mit der Erkrankung zu leben haben, wird die Gabe von Levodopa oft heruasgezögert. Die Wirkung lässt nach 3-5 Jahren spürbar nach, und die Dosis muss gesteigert werden. Trotzdem zeigt der Körper der Betroffenen oft Funktionslücken, in denen die Betroffenen sich kaum bewegen können.

Präparate: Madopar®, Levopar®, Nacom® (Levodopa in Kombination mit Decarboxylase-Hemmer Benserazid).

Alternativen zu L-Dopa:

  • MAO-Hemmer (hätten die sich in China damals wohl auch gewünscht!): Monoaminooxidase ist am Abbau von Dopamin beteiligt; eine Hemmung verhindert dies. Die Nebenwirkungen entsprechen denen von L-Dopa. Präparat: Selegilin (Movergan®).
  • Dopaminagonisten: Dopaminwirkung wird gefördert. Nebenwirkungen: Durch die Blockade von Dopaminrezeptoren in den Bereichen Striatum, Substantia nigra, Hypothalamus und limbisches System treten bei Anwendung von Dopamin-Antagonisten eine Reihe von Nebenwirkungen auf, allen voran die Dyskinesien (Störungen im Ablauf von Bewegungen) und die Dystonien (Störung im Muskeltonus mit lang anhaltenden, unwillkürlichen Kontraktionen der Skelettmuskulatur, die sich in abnormen Haltungen und Fehlstellungen des Körpers oder einzelner Körperteile äußern).
    Dopaminagonisten machen das, was der Name vermuten lässt: Sie fördern die Wirkung des zu wenig vorhandenen Dopamins, was sogar wegen eines “relativen Überschusses” zu Psychose-ähnlichen Symptomen führen kann.
    Bei Psychosen nämlich gibt man Dopaminantagonisten, Gegenspieler des Dopamins, die hemmend die Rezeptoren für Dopamin besetzen.
    Präparate: Bromocriptin (Pravidel®), Lisurid (Dopergin®).
  • NMDA-Antagonisten: Besetzen Rezeptoren für bestimmte Aminosäuren im Gehirn. Durch Block der NMDA-Rezeptoren verbessert sich die Relation zwischen Hemmung und Stimulation cholinerger Neuronen (cholinerg= auf Azetylcholin reagierend bzw. Azetylcholin enthaltend).
    Warum ist das wichtig? Parkinson führt zu einem Ungleichgewicht zwischen Dopamin (das zu wenig da ist) und Azetylcholin (das zwar nicht erhöht ist, aber relativ zu viel vorkommt). Präparate: Amantadin (PK-Merz®), Budipin (Parkinsan®).
  • COMT-Hemmer: Das Enzym COMT, ausgeschrieben ein Wortmonster (Catechol-O-Methyltransferase). In der  Peripherie (denn auch da, beispielsweise bei der Signalübertragung vom Axon auf den Muskel an der motorischen Endplatte, gibt’s Dopamin) wird der Dopaminabbau gehemmt, L-Dopa als Vorstufe hat somit eine bessere Bioverfügbarkeit.
    Werden immer zusätzlich verabreicht. Nebenwirkungen: Dyskinesien, Durchfall.
    Präparate: Entacapon (Comtess®).
  • Anticholinergika: Da Azetylcholin relativ zu viel da ist, kann es ausgebremst werden. Mundtrockenheit, Verstopfung, Harnverhalt, Herzrhythmusstörungen, Störungen der Psyche.
    Präparate: Biperiden (Akineton®), Metixen (Tremarit®).