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	<title>OP-klemmchen &#187; Blut</title>
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	<description>Wo Blut ist, ist Leben!</description>
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		<title>Blut 5: Zyanose</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 10:06:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kunstgriff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herz & Kreislauf]]></category>
		<category><![CDATA[Blut]]></category>
		<category><![CDATA[Kreislauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Zyanose ist die bläuliche Verfärbung der Haut oder Schleimhäute. Diese Färbung weist auf eine Minderdurchblutung hin.
Eine Zyanose der Akren (Finger, Zehen, Nase) wird Akrozyanose genannt.
Warum kommt es zur Zynose?
Es finden sich mehr Erythrozyten mit sauerstoffarmem (desoxygeniertem)  Hämoglobin (mangelnde Sauerstoffsättigung des Blutes, eigentlich des Blutfarbstoffs Hämoglobin). Sauerstoffarmes Hämoglobin ist bläulich-violett-dunkelrot, sauerstoffreiches (oxygeniertes) hingegen hellrot gefärbt.
Formen

Periphere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zyanose ist die <em>bläuliche Verfärbung der Haut oder Schleimhäute</em>. Diese Färbung weist auf eine <em>Minderdurchblutung </em>hin.</p>
<p>Eine Zyanose der Akren (Finger, Zehen, Nase) wird <strong>Akrozyanose </strong>genannt.</p>
<h3>Warum kommt es zur Zynose?</h3>
<p>Es finden sich mehr Erythrozyten mit <strong>sauerstoffarmem (desoxygeniertem)  Hämoglobin</strong> (mangelnde Sauerstoffsättigung des Blutes, eigentlich des Blutfarbstoffs Hämoglobin). Sauerstoffarmes Hämoglobin ist <em>bläulich-violett-dunkelrot</em>, sauerstoffreiches (oxygeniertes) hingegen hellrot gefärbt.</p>
<h3>Formen</h3>
<ul>
<li><strong>Periphere Zyanose:</strong> <em>Erhöhte Sauerstoffausschöpfung in der Peripherie wegen des verlangsamten Blutflusses</em>, dadurch Verfärbung peripherer Körperabschnitte (Haut, Extremitäten).  Ursachen dafür können ein geringes kardiales Herzzeitvolumen (HMV) sein, beispielsweise bei Herzinsuffizienz, aber auch Varikosis (Krampfadern) und Venenthrombosen sowie Blutveränderungen.</li>
<li><strong>Zentrale Zyanose</strong>: Ursache hierfür ist meist eine <em>verminderte Sauerstoffsättigung des Blutes in der Lunge</em> (also schon beim Gasaustausch an den Alveolen); dabei verfärben sich v.a. Mundschleimhäute, Zunge, Lippen und andere Regionen. Woran liegt&#8217;s? Pulmonal wird das Blut ungenügend mit Sauerstoff gesättigt. Kardial hingegen ist meist ein Herzfehler mit Shunt (Kurzzschlussverbindung zwischen normalerweise getrennten Räumen) die Ursache, bei dem sich oxygeniertes und desoxygeniertes Blut vermischen.</li>
</ul>
<p>Welche Form der Zyanose vorliegt, kann oft schon beim Blick auf die Färbung der Mundschleimhaut erkannt werden: <em>Bei peripheren Zyanosen verfärbt sich die  Zunge meistens nicht bläulich, bei zentralen Zyanosen schon.</em></p>
<h3>Ätiologie (Ursachen)</h3>
<p>Zyanose ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das bei vielen Erkrankungen auftreten kann. Hier eine Auswahl wichtiger möglicher Ursachen:</p>
<ul>
<li><strong>Pulmonal</strong> (von der Lunge ausgehend): Asthma bronchiale, Bronchiektasen, Lungenödem, Lungenemphysem, Pneumonie, Pneumothorax</li>
<li><strong>Kardial </strong>(vom Herz ausgehend): Herzinsuffizienz, Herzklappenfehler</li>
<li><strong>Vergiftungen </strong>(<em>Intoxikationen</em>): Kohlendioxidvergiftung, Opiate, Medikamente</li>
<li><strong>Weitere Ursachen</strong>: Myopathien</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Wenn das Blut gerinnt&#8230; (Blut 4)</title>
		<link>http://www.gefluegelfreiezone.de/wp/wordpress/2009/02/12/wenn-das-blut-gerinnt-blut-4/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 12:37:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kunstgriff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herz & Kreislauf]]></category>
		<category><![CDATA[Blut]]></category>
		<category><![CDATA[Gerinnung]]></category>
		<category><![CDATA[Kreislauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles beginnt mit einer blutenden Verletzung. Blutende Verletzung bedeutet: Geschädigtes Blutgefäß. Logisch, sonst könnte kein Blut austreten. Hämatome sind übrigens auch solche Blutgefäßverletzungen, haben nur keine äußerliche Austrittsstelle.
Hier nun die einzelnen Schritte der Blutgerinnung.
1. Schritt: Blutstillung (Hämostase): Gefäßreaktion &#38; Thrombozytenpfropf
Zunächst verkleben die Blutplättchen (Thrombozyten) nahe der Verletzung. Dies ist die Sofortmaßnahme, der Verschluss aber nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alles beginnt mit einer blutenden Verletzung. Blutende Verletzung bedeutet: Geschädigtes Blutgefäß. Logisch, sonst könnte kein Blut austreten. <strong>Hämatome </strong>sind übrigens auch solche Blutgefäßverletzungen, haben nur keine äußerliche Austrittsstelle.</p>
<p>Hier nun die einzelnen Schritte der Blutgerinnung.</p>
<h3>1. Schritt: Blutstillung (Hämostase): Gefäßreaktion &amp; Thrombozytenpfropf</h3>
<p>Zunächst verkleben die <strong>Blutplättchen </strong>(<strong>Thrombozyten</strong>) nahe der Verletzung. Dies ist die Sofortmaßnahme, der Verschluss aber nur vorübergehend. Gleichzeitig zieht sich die Gefäßwand zusammen (= <strong>Vasokonstriktion</strong>) und die <em>Endothelauskleidung rollt sich am Ort der Verletzung </em>ein.<br />
Das geht schnell, und der Körper ist vor eindringenden Erregern und zu hohem Blutverlust geschützt und hat nun Zeit, das bleibende Gerinnsel zu bilden.</p>
<h3>2. Schritt: Fibrinpropf-Bildung</h3>
<p>Angestoßen durch diesen Thrombozytenpfropf wird die Bildung des Proteins <strong>Fibrin </strong>in Gang gesetzt. Dafür ist es nötig, dass die immer im Blut befindliche Vorstufe Fibrinogen durch eine Reihe chemischer Reaktionen in das unlösliche Fibrin umgewandelt wird. Fibrin bildet ein <em>Fadengeflecht </em>aus. Das Blutgerinnsel entsteht.</p>
<h3>3. Schritt: Thrombus-Bildung</h3>
<p>Die Fibrinfäden ziehen sich zusammen und nähern die Wundränder so einander an. Schließlich verbinden sich die roten Blutzellen (Erythrozyten) mit diesem Fibrin-Geflecht zum sog. <strong>Thrombus </strong>(<em>Blutkuchen, Blutpfropf</em>), welcher erhalten bleibt, bis die Gefäßwand und die Haut darüber verheilt sind.<br />
Das, was wir als Wundschorf bezeichnen, ist genau dieser äußerlich sichtbare Thrombus.</p>
<p>Diese Schritte zur <em>Blutstillung </em>(<strong>Hämostase</strong>) funktionieren nur bei kleinen und mittleren Gefäßen. In größeren Gefäßen wird der entstehende Thrombus immer wieder fortgespült. Deshalb würden wir auch verbluten bei unbehandelter Verletzung von großen Gefäßen!</p>
<h3>Wie merken wir, dass wir eine verletzte Gefäßwand haben? Und wie stoppt anschließend die Blutgerinnung?</h3>
<p>Uiuiui, das ist ziemlich kompliziert!</p>
<p>Versuchen wir&#8217;s mal einfach:<br />
Bei einer Verletzung kontrahiert sich die Muskulatur der Gefäßwand. Dies führt zu einer Verengung des Gefäßes (= <strong>Vasokonstriktion</strong>) und so zu einer ersten Notfall-Abdichtung; ein zusammengezogenes Gefäß verringert den Blutverlust.<br />
Diese Kontraktion setzt zusätzlich aus dem <strong>Endothel </strong>Substanzen frei, die die <strong>Koagulation </strong>(= <em>Blutgerinnung</em>) in Gang setzen (und später, wenn der Schaden abgedichtet ist, diese auch wieder beenden, sonst hätten wir ja eine Art Dauer-Blutgerinnung. Bei diesem Stop-Signal helfen allerdings auch noch andere Substanzen in verketteter Aktion durch Rückkopplung, wechselseitige Aktivierung und Unterdrückung).</p>
<p>Die wichtigsten Substanzen für die Auslösung der Blutgerinnung sind ein Gewebsfaktor (<strong>TF</strong> = <em>Tissue factor</em> = <em><strong>Gewebsfaktor</strong></em>, manchmal auch als schlicht als <strong>Faktor III</strong> bezeichnet), der vom <strong>Endothel </strong>und <em>Fresszellen des Abwehrsystems</em> (<strong>Makrophagen</strong>) ausgeschüttet wird. Dieser Faktor ist sehr wichtig, weil er immer der Startpunkt der normalen exogenen Gerinnung ist. (Erklärung folgt gleich.)<br />
Die <em>Blutplättchen </em>(<strong>Thrombozyten</strong>) selbst haben Rezeptoren, welche die freigesetzten Substanzen erkennen; dann starten die Thrombozyten mit der Propfbildung. In Inneren der Plättchen gibt es gefüllte Körnchen (<strong>Granula</strong>), welche Substanzen enthalten, die nach Aktivierung der Rezeptoren freigesetzt werden und ihrerseits die Propfbildung und die Zusammenziehung des Gefäßes (durch Serotonin) unterstützen.</p>
<p>Die wichtigsten Substanzen für die Beendigung der Blutgerinnung sind <strong>AT III</strong> (<strong>AT </strong>= <strong>Anti-Thrombin</strong> = gegen das Thrombin gerichtet) und ein chemischer körpereigener Verwandter des <strong>Heparins</strong>.</p>
<h3>Gerinnungskaskade</h3>
<p>Je nachdem, welches Ereignis zur Auslösung der Gerinnung geführt hat, unterscheiden wir ein <strong>exogenes System </strong>und ein <strong>endogenes System</strong>.<br />
Das <strong>exogene System</strong> läuft bei einer <em>Gewebsverletzung </em>(z.B. Schnittwunde) ab und wird <em>durch</em> den <em>Gewebsfaktor </em>(<em>TF, Faktor III</em>) ausgelöst. Das <strong>endogene System</strong> hingegen läuft ohne Gewebsverletzung ab und startet bei <em>Kontakt der Gefäßinnenwand mit fremden Oberflächen</em> (wie denen von Erregern), ein Ereignis, das das Endothel schädigt. Insgesamt dauert es etwas länger als das exogene System, weil mehr Gerinnungsfaktoren aktiviert werden müssen.</p>
<p>Beide haben eine <strong>gemeinsame Endstrecke</strong>, die ab einem bestimmten Punkt der Gerinnungskaskade immer gleich abläuft.</p>
<p>Eine Sache ist im Zusammenhang mit der Gerinnung sehr wichtig: Es gibt etliche Gerinnungsfaktoren, die nur im wechselseitigen Zusammenspiel eine vollständige, funktionierende Gerinnung ablaufen lassen! Wenn ich hier nicht alle nenne und die Faktoren mit ungeheuer furchtbaren Namen einfach weglasse, um es etwas einfacher zu halten, so sagt das nichts über deren Wichtigkeit!<br />
Denn: Ein einziger fehlender Faktor führt beispielsweise zur Bluterkrankheit, einer Erkrankung, bei der die Betroffenen keine intakte Gerinnung haben. Und wenn dieser eine Faktor fehlt, stockt das gesamte System!</p>
<p>Das zentrale Gerinnungsenzym ist <strong>Thrombin</strong>. Für die Bildung der inaktiven Vorstufe Prothrombin in der Leber ist Vitamin K nötig. Prothombin wird u.a. durch Calcium und Thrombokinase in eine aktive Form umgewandelt.<br />
Das aktive Thrombin wiederum wandelt das ebenfalls inaktive und aus der Leber stammende Fibrinogen in aktives <strong>Fibrin </strong>um. Und fertig ist der (Blut-)Kuchen, also der Thrombus, unter dessen Schutz sich das Gewebe regenerieren kann.</p>
<p>Warum es zu Thromben in den Gefäßen kommen kann und wie Heparin wirkt, sehen wir in einem anderen Beitrag.</p>
<p>Ein Ion namens <strong>Calcium </strong>(<em>Ca 2+</em>) solltet Ihr Euch noch merken &#8212; ohne Calcium keine Gerinnung.</p>
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		<title>Die Blutgruppen (Blut 3)</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 18:13:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kunstgriff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herz & Kreislauf]]></category>
		<category><![CDATA[Blut]]></category>
		<category><![CDATA[Blutgruppen]]></category>
		<category><![CDATA[Kreislauf]]></category>

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		<description><![CDATA[AB0-System
Auf der Oberfläche der roten Blutzellen finden sich charakteristische Proteine, die das sog. Antigenmuster bilden und sogar innerhalb einer Spezies (also z.B. von Mensch zu Mensch) unterschiedlich sind. Dabei gehören zwei Individuen einer Spezies (also z.B. zwei Menschen) mit gleichen Proteinen auf den Erythrozyten zur gleichen Blutgruppe.
Die Hauptblutgruppen des Menschen sind: A, B, AB und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>AB0-System</h3>
<p>Auf der Oberfläche der roten Blutzellen finden sich charakteristische Proteine, die das sog. <strong>Antigenmuster </strong>bilden und sogar innerhalb einer Spezies (also z.B. von Mensch zu Mensch) unterschiedlich sind. Dabei gehören zwei Individuen einer Spezies (also z.B. zwei Menschen) mit gleichen Proteinen auf den Erythrozyten zur gleichen Blutgruppe.<br />
Die Hauptblutgruppen des Menschen sind: <strong>A</strong>, <strong>B</strong>, <strong>AB</strong> und <strong>0</strong> sowie das <strong>Rhesus</strong>-System. Daneben gibt es über 200 kleinere Gruppen. Bei der Mischung von Blut verschiedener Blutgruppen (bei Bluttransfusionen) kann es zu Verklumpungen der roten Blutkörperchen kommen. Daher ist die vorherige Bestimmung unerlässlich.</p>
<p>Wo Antigene sind, müssen auch <strong>Antikörper </strong>sein. Das Blutplasma enthält diese Antikörper (Eiweißmoleküle), die gegen Antigene fremder roter Blutkörperchen, jedoch nicht gegen die der eigenen gerichtet sind. Diese Antikörper werden auch Agglutinine genannt. So enthält Plasma von Menschen der Blutgruppe A Anti-B-Agglutinine, umgekehrt befinden sich im Plasma vom Blut der Gruppe B Anti-A-Agglutinine. Die Blutgruppe AB enthält weder das eine noch das andere, und in der Blutgruppe 0 sind Anti-AB-Agglutinine enthalten.</p>
<p>Beim Zusammentreffen einer wie Schlüssel und Schloss zueinander passenden Antigen-Antikörper-Kombinationen (z.B. treffen Erys der mit dem Antigenmuster der Blutgruppe A auf Antikörper im Serum, die gegen die Blutgruppe A gerichtet sind), so kommt es zur <strong>Verklumpung</strong>.</p>
<h3>Rhesus</h3>
<p>Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist der Rhesusfaktor, ebenfalls als Proteine auf der Erythrozytenoberfläche zu finden. Klinisch bedeutsam ist das <strong>Antigen D</strong>; liegt es vor, sprechen wir von &#8220;<strong>Rhesus positiv</strong>&#8221; (<em><strong>Rh +</strong></em>, <strong><em>D +</em></strong>), andernfalls von &#8220;<strong>Rhesus negativ</strong>&#8221; (<em><strong>Rh -</strong></em>, <strong><em>D-</em></strong>); dann fehlt das Antigen D. Die meisten Menschen sind Rhesus positiv (86%), der Rest Rhesus negativ.</p>
<h3>Unterschied zwischen dem ABO- und dem Rhesus-System</h3>
<p>Diese beiden Systeme unterscheiden sich nicht nur dem Namen nach:<br />
Die Antikörper des AB0-Systems (so wird das System der Blutgruppen A, B, AB und 0 genannt) bilden sich im Verlauf des 1. Lebensjahres auch ohne jeden Kontakt zur falschen Blutgruppe und kursieren somit fast von Anfang an im Blut. Erfolgt dieser Kontakt mit einer falschen Blutgruppe, so führen sie zur Verklumpung (Agglutination) der Erythrozyten.<br />
Die Antikörper des Rhesus-Systems hingegen werden erst nach dem Kontakt mit dem Antigen gebildet, sind also nicht von Haus aus mit an Bord. Außerdem verklumpen sie nicht die Erythrozyten, sondern führen zur Erythrozytenzerstörung (= <strong>Hämolyse</strong>).</p>
<h3>Bluttransfusionen</h3>
<p>In der Praxis, für Bluttransfusionen, werden beide Systeme (AB0, Rh) nicht getrennt betrachtet. Eine Blutkonserve ist immer nach dem Schema &#8220;Blutgruppe, Rhesusfaktor&#8221; beschriftet, also z.B. A Rh+ oder A pos. Hierbei ergeben sich andere Häufigkeiten, wie oft eine bestimmte Blutgruppen-Konstellation vorkommt.<br />
Wird eine Blutkonserve angeliefert, so ist zwar Vertrauen gut, aber Kontrolle besser. Direkt vor jeder Infusion wird ein sog. <strong>Bedside-Test</strong> durchgeführt. Dieser heisst so, weil er an der Bettkante des Menschen, der die Infusion erhalten soll, durchgeführt wird. An jeder Blutkonserve hängen kleine Stückchen Schlauch, welche vom übrigen Blut durch Verschweissen des Schlauches getrennt wurde. Aus einem dieser abgetrennten Stücke wird mit einer Spritze Blut entnommen und dann in einer Karte, die mit Serum verschiedener Blutgruppen gefüllt ist, eingespritzt. Die Reaktion wird beobachtet. Bei unerwarteter Reaktion können wir von einem Fehler ausgehen: Entweder wurde die Blutgruppe des Patienten falsch bestimmt, wir haben den falschen Menschen vor uns oder die Beschriftung der Konserve ist nicht korrekt.</p>
<h3>Blut in Konserven?</h3>
<p>Eine Transfusion, also das Zuführen von (Voll-)Blut oder Blutbestandteilen, erfolgt in der Regel als<em> intravenöse Infusion</em> (kurz: i.v., in die Vene).</p>
<p>Stammen das Blut bzw. die Blutbestandteile von einem fremden Blutspender, handelt es sich um eine <strong>Fremdblutspende</strong>. Sind Blutspender und Blutempfänger die selbe Person, redet man von einer <strong>Eigenblutspende</strong> (Autotransfusion). Letztere zieht man heute vor großen, geplanten Operationen vor: Je nach Eingriff und erwartetem Blutverlust spendet man selbst vorab Blut.</p>
<p>Voraussetzung für eine erfolgreiche Transfusion ist, dass das verabreichte Blut bzw. die Blutbestandteile frei von Infektionserregern ist und dass Immunreaktionen durch sorgfältiges Testen von Spender und Empfänger vermieden werden.</p>
<p><strong>Vollbluttransfusionen </strong>werden heute nur noch selten durchgeführt. In der Regel wird heute das Blut in seine Komponenten aufgetrennt und komponentenweise transfundiert. Das hat zwei Vorteile: zum einen erhält der Patient nur die Blutbestandteile, die ihm fehlen, z. B. nur Erythrozyten (rote Blutzellen) bei Anämie (&#8220;Blutarmut&#8221;), nur Plasma bei Mangel von Plasmaproteinen, etc., und nicht noch &#8220;überflüssigerweise&#8221; noch andere Bestandteile des Blutes. Zweitens lassen sich die Blutkomponenten in getrennter Form wesentlich länger aufbewahren. Vollblut muss i. d. R. bei mindestens 4 °C aufbewahrt werden, da sonst die Erythrozyten und erst recht die Blutplättchen (Thrombozyten) Schaden erleiden. Bei dieser Temperatur verlieren viele Plasmaproteine (insbesondere die Gerinnungsfaktoren) innerhalb von Tagen ihre Wirksamkeit. Trennt man dagegen das Plasma ab, so kann man es einfrieren und monatelang lagern.</p>
<p>Es lassen sich prinzipiell alle Bestandteile gesondert übertragen:</p>
<ul>
<li><strong>Erythrozytenkonzentrat</strong>: (kurz: <strong><em>EK</em></strong>): bei &#8220;Blutarmut&#8221; (Anämie).</li>
<li><strong>Thrombozytenkonzentrat</strong>: (kurz: <strong><em>TK</em></strong>): bei Mangel an Thrombozyten (Thrombozytopenie) und Blutungsneigung.</li>
<li><strong>Plasma </strong>(kurz: <em><strong>FFP</strong></em>= fresh frozen plasma, &#8220;Gefrierfrischplasma&#8221;): bei Mangel an Plasmaproteinen (z. B. nach großen Blutverlusten) oder bei Blutungsneigung.</li>
</ul>
<p>Dies sind sicherlich die häufigsten.<br />
Möglich sind aber auch <strong>Granulozyten-Konzentrate</strong> (bei Mangel an Granulozyten = Granulozytopenie und schweren Infektionen), <strong>Blutstammzell-Präparate </strong>(i. d. R. im Rahmen einer Stammzelltransplantation bei Blutkrebs), <strong>Gerinnungsfaktor-Konzentrate</strong> (bei Mangel an Gerinnungsfaktoren) und <strong>Immunglobuline</strong> (bei Antikörper-Mangel und Infektneigung).</p>
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		<title>Ich bin rot und binde mich wechselnd &#8212; von Erys, Teilchendrücken und Transportgeschäften (Blut 2)</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 05:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kunstgriff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herz & Kreislauf]]></category>
		<category><![CDATA[Blut]]></category>
		<category><![CDATA[Kreislauf]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Lunge haben wir in der eingetmeten Luft eine große Menge an Sauerstoff, einer anorganischen Verbindung. Der durch diese Sauerstoffmoleküle entstehende Druck wird auch Partialdruck (Teilchendruck, abgekürzt mit einem kleinen p) genannt. Dieser Teilchendruck des Sauerstoffs (pO2) ist demnach auf der einen Seite der Kapillarwand (nämlich auf der Luftseite) viel größer als der im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Lunge haben wir in der eingetmeten Luft eine große Menge an <strong>Sauerstoff</strong>, einer anorganischen Verbindung. Der durch diese Sauerstoffmoleküle entstehende Druck wird auch <strong>Partialdruck</strong> (<em>Teilchendruck</em>, abgekürzt mit einem kleinen p) genannt. Dieser <em>Teilchendruck des Sauerstoffs</em> (<em>pO2</em>) ist demnach auf der einen Seite der Kapillarwand (nämlich auf der Luftseite) viel größer als der im Blut.<br />
Mengenmäßig ungleich verteilte Teilchen in durch eine teildurchlässige Membran (wie der Zellmembran) getrennten Flüssigkeiten oder Gasen wollen sich durch Diffusion so auf beiden Seiten verteilen, dass ein Druckausgleich entsteht. Also wollen die Sauerstoffmoleküle in diesem Fall zur Blutseite wechseln. Dort warten die Erythrozyten, die bereit sind, Sauerstoff aufzunehmen. Angesichts des Überangebots tun sie dieses auch sehr gerne.</p>
<p><span id="more-255"></span>Am Ziel, den <em>Zellen in den Geweben</em>, sieht das anders aus:</p>
<p><em>Im Blut, gebunden an die Erythrozyten, findet sich viel Sauerstoff, in den Zellen des Gewebes aber wenig</em>. Wieder wird der Druckausgleich angestrebt, und die roten Blutkörperchen geben den Sauerstoff wieder frei; er kann an den Kapillaren ins Gewebe übertreten.</p>
<p>Die nun wieder unbeladenen Erythrozyten finden im Zielgewebe eine große Menge an <strong>Kohlendioxid </strong>vor, ebenfalls eine anorganische Verbindung. Im Blut hingegen ist wenig davon zu finden. Also ist der <em>Teilchendruck des Kohlendioxids</em> (<em>pCO2</em>) im Gewebe hoch, und wegen des angestrebten Druckausgleichs tritt Kohlendioxid ins Blut über. Die Erythrozyten nehmen es gerne auf und transportieren es über das venöse System zur Lunge. Tja, und da dreht sich das Druckverhältnis wieder um: Viel Kohlendioxid im Blut, wenig in der Luft in der Lunge. Schwupps, das Kohlendioxid verabschiedet sich vom roten Blutkörperchen und passiert freiwillig die Membran, um auf die Seite mit einem geringen pCO2 zu gelangen. Also wieder ein Versuch, einen Druckausgleich zu erreichen.</p>
<p>Deshalb kann das rote Blutkörperchen beide Sorten von Gasen mal an sich binden, mal freiwillig loslassen.<br />
Eine kleine Ergänzung ist aber noch nötig: Zwar nehmen Erythrozyten Kohlendioxid mit, aber im Vergleich zur Sauerstoffbindungsfähigkeit ist jene für Kohlendixod relativ gering. Ein Großteil des Kohlendixids findet sich daher frei gelöst im Blut. (Aber was hinsichtlich der Druckverhältnisse für Moleküle, die an Zellen gebunden sind, gilt, trifft ebenso für frei im Blut kursierende Moleküle zu.)</p>
<h3>Hämoglobin</h3>
<p>Die zentrale Einheit im Erythrozyten ist das Hämoglobin. Ein Molekül Hämoglobin besteht aus 4 Polypeptidketten, die wir <strong>Globine </strong>nennen. Polypeptidketten bestehen aus Aminosäuren und sind <em>Proteine </em>(Eiweiße). Eiweiße sind hochkompliziert gefaltete Moleküle. Alle Globine sind fast kugelförmig.<br />
Die Nicht-Protein-Anteile des Hämoglobins werden <strong>Häm </strong>genannt. Pro Globin gibt es 1 Häm, also (bei 4 Globinketten pro Molekül) insgesamt ebenfalls vier. Häm beinhaltet <strong>Eisen </strong>als zentrales Atom.<br />
Interessant ist dabei, dass das Häm insgesamt vom Aufbau her dem Chlorophyll der Pflanzen ähnelt, wobei dort nicht Eisen, sondern Magnesium das Zentralatom ist.</p>
<h3>Myoglobin</h3>
<p>Und wo wir gerade dabei sind: <em>Im Muskel</em> haben wir ebenfalls einen Sauerstofftransporter, das Myoglobin. Die Affinität (= Bindungsstärke) zu Sauerstoff ist jedoch größer als die von Hämoglobin. Kein Wunder: Hämoglobin gibt an den Kapillaren des Zielgewebes den Sauerstoff frei, und im Muskel, der für seine Arbeit einen richtig großen Bedarf an Energie (und damit an Sauerstoff für eben diese Energiegewinnung) hat, wartet mit dem Myoglobin der nächste Sauerstoff-Transporter. Seine Aufgabe: Der Transport des Sauerstoffs innerhalb der Zelle, von der Zellmembran zu den Mitochondrien.<br />
Das Vorkommen von Myoglobin ist auf Muskel- und Herzmuskelzellen beschränkt, kommt dort aber in hohen Konzentrationen vor.</p>
<h3>Unterschiede zwischen Hämoglobin und Myoglobin</h3>
<p>Beide sind strukturverwandt, aber unterschiedlich: Ein Molekül Myoglobin hat nur eine Globinkette mit einer Häm-Gruppe mit Eisen, während Hämoglobin gleich 4 Untereinheiten hat. Die Affinität zu Sauerstoff ist beim Myoglobin nicht nur größer, sondern die Bindungsfähigkeit ist unabhänging von der Sauerstoffkonzentration (also den Teilchendrücken).<br />
Die des Hämoglobins hingegen ist von der Konzentration abhängig: Je mehr Sauerstoff, umso besser ist die Bindung. (Das meinte ich mit <strong>Partialdruck</strong>: <em>Hohe Konzentration = viele Teilchen = hoher Partialdruck</em>.)<br />
Und genau das brauchen wir ja auch: In der Lunge gibt es viel Sauerstoff, also wird auch viel gebunden und zum Gewebe transportiert. (Für Kohlendioxid gilt vergleichbares.)</p>
<h3>Die rote Farbe</h3>
<p>Der Erythrozyt ist rot. Die Muskulatur ist rot. Diese Rotfärbung verdanken wir dem Häm. Je mehr Sauerstoff, umso roter. Schlachter machen sich dieses Wissen zunutze: Damit das Fleisch in den Auslagen appetitlich rot aussieht, wird es gelegentlich mit einer Sauerstoffdusche versehen. So sieht es frischer und saftiger aus und verkauft es sich besser.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Blut &#8212; ein ganz besonderer Saft (Blut 1)</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 22:39:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kunstgriff</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Blut]]></category>
		<category><![CDATA[Gefäße]]></category>
		<category><![CDATA[Kreislauf]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Fürwahr, ein ganz besonderer Saft! Über unseren Kreislauf gelangt das Blut in jeden erdenklichen Winkel unseres Körpers, und sei er auch noch so abgelegen. Das arterielle System bringt es überall hin, an den Kapillaren werden der mitgeführte Sauerstoff (O2) und die Nährstoffe aus der verdauten Nahrung an das Gewebe und die Zellen abgegeben, und die Abfallstoffe, also Stoffwechselendprodukte und Kohlendioxid (CO2), werden über das venöse System abtransportiert.<br />
Aber es kann noch mehr: Es bringt Botenstoffe und Abwehrzellen dorthin, wo sie gebraucht werden.</p>
<p><span id="more-251"></span>Da unsere Zellen sich nicht selbst die Nahrung beschaffen und die Abfallstoffe entsorgen können, brauchen sie zu diesem Zweck das Blut. Somit tägt Blut zur Versorgung und Erhaltung der Zellen bei.</p>
<h2>Zusammensetzung des Blutes</h2>
<p>Die <em>4 bis 6 Liter Blut</em> setzen sich aus flüssigen (<strong>Blutplasma</strong>) und festen Bestandteilen (<strong>Blutzellen</strong>) zusammen.</p>
<p>Bei Blutentnahmen werden Röhrchen benutzt, die an eine Kanüle (Nadel) angeschlossen werden. Mal befindet sich nichts in diesen Röhrchen (Serum-Röhrchen), weil die Trennung von flüssigen und festen Bestandteilen gewünscht ist. Die unten abgesetzten Zellen sind dann geronnen, das Plasma hat sich oben abgesetzt. Will man aber die Gerinnung testen, wäre es nicht hilfreich, wenn sie bereits im Röhrchen auf dem Weg zum Labor stattgefunden hätte; also befindet sich im Röhrchen ein Gerinnungshemmer (meist EDTA). Nach der Trennung von der Kanüle wird das Blut im Röhrchen ein paar mal vorichtig geschwenkt, damit es sich mit dem Gerinnungshemmer gut vermischt. In diesem Fall ist das abgenommene Blut noch so, wie es im Körper kursiert: Plasma und Zellen haben sich nicht getrennt.</p>
<h3>Blutplasma</h3>
<p>Die strohgelbe Flüssigkeit, die etwas mehr als die Hälfte des Blutes ausmacht (genauer: 55-60%), besteht aus Wasser, Salzen (Elektrolyten), gelösten Nährstoffen aus dem Verdauungstrakt und zahlreichen Proteinen. Dazu kommen noch Stoffe wie Glukose, Vitamine, Hormone und Stoffwechselendprodukte wie Harnstoff, Kreatinin usw.</p>
<p>Die wichtigsten <strong>Proteine </strong>sind <strong>Fibrinogen </strong>(beteiligt an der Blutgerinnung), <strong>Albumin </strong>(verleiht dem Blut seine Dickflüssigkeit (= Viskosität) und diverse Antikörper für die Immunabwehr (die sog. <strong>Globuline</strong>). Auf die Letztgenannten werfen wir einen Blick bei der Abwehr.</p>
<h2>Blutzellen</h2>
<h3>Erythrozyten</h3>
<p>Die roten Blutzellen, auch rote Blutkörperchen genannt, enthalten das Protein <strong>Hämoglobin</strong>. Hämoglobin bindet an den Kapillaren der Lunge Sauerstoff und bringt diesen zu den Kapillaren in den Geweben, wo er abgegeben wird. Nach der Entladung wird Kohlendioxid, das bei der Zellatmung entsteht, gebunden, zur Lunge transportiert und dort über die Kapillaren an die Luft, die wir ausatmen, abgegeben.</p>
<p><strong>Wie ist es möglich, dass ein Transporter mal Sauerstoff, mal Kohlendioxid auflädt? Wieso wird er mal gebunden, dann aber an anderer Stelle wieder abgegeben?</strong></p>
<p>Zur Beantwortung dieser Fragen machen wir einen kleinen Ausflug in die Welt des Drucks. Und zwar nicht hier, sondern in einem gesonderten Beitrag.</p>
<p>Rote Blutkörperchen entstehen im Knochenmark, sind kernlos, sehen von beiden Seiten wie ein Suppenteller aus (der Fachmann nennt diese flache Scheibenform mit einer Vertiefung in der Mitte <em>bikonkav</em>) und leben etwa 120 Tage. In einem Tropfen Blut finden wir Millionen davon!<br />
<strong>Warum sind sie kernlos und so seltsam geformt?</strong> Auf diese Weise passen sie durch die feinsten Kapillaren. Sie sind elastisch und extrem verformbar; sie können sogar die Form einer langgestreckten Wurst annehmen.<br />
Diese Verformbarkeit wird ihnen am Ende ihrer 120 Tage zum Verhängnis: Alte Erys werden steif und verformen sich kaum noch. Sobald sie die Kapillaren nicht mehr passieren können, werden sie aussortiert und in der Leber abgebaut. Das Hämoglobin besteht aus einem <em>Protein mit Eisen</em>. Eisen ist ein Spurenelement und für den Körper kostbar. (Wie alle Spurenelemente müssen wir es mit der Nahrung aufnehmen und im Dünndarm resorbieren.)<br />
Da unser Körper eine große Recyclinganlage ist, wird fast nichts verschwendet: Eisen wird nach der Zerlegung eines überalteten roten Blutkörperchens aufgehoben für den Aufbau neuer Erys. (Dass es dabei verschiedene Formen des Speicherns im Körper gibt, soll uns hier nicht interessieren. Hauptsache, es klappt!)</p>
<p>Der Rest des abgebauten Erythrozyten wird als <strong>Bilirubin </strong>und <strong>Urobilinogen</strong> über den Darm und den Urin ausgeschieden. Und sorgt do für die braune bzw. gelbe Farbe.)</p>
<p>Ach, apropos Eisen: Frauen, die ihre Tage haben, verlieren durch die Abstoßung der funktionellen Schicht der Gebärmutter (was für ein schwachsinniges Wort! Nennen wir sie lieber <em>Uterus</em>) eine Menge roter Blutkörperchen, die nicht im Körper vorher zerlegt und recycelt worden sind. Die roten Blutkörperchen werden einfach aus dem Leben gerissen, obwohl sie noch lange nicht überaltet sind. So kann es zu einem Eisenmangel kommen, und die Betroffenen müssen über die Nahrung hinaus Eisen in Form von Tabletten aufnehmen, um den Verlust auszugleichen. Die Speicherkapazität für Eisen ist nämlich nur begrenzt, und ein so massiver Blutverlust ist nicht einfach durch Zugriff auf den Speicher aufzufangen. Eisenmangel kann natürlich auch durch jeden anderen großen Blutverlust hervorgerufen werden.</p>
<p>Weiße Blutzellen (Leukozyten)</p>
<p>Wir rechnen die Leukos, wie sie auch kurz genannt werden, zu den Blutzellen, weil sie ebenfalls oft im Knochenmark entstehen und im Blut kursieren. Aber mit der Funktion des Blutes, dem Transport von Gasen und N�hrstoffen sowie der Blutgerinnung, haben sie nichts zu tun. Vielmehr dienen sie der Infektionsbek�mpfung und spielen eine wichtige Rolle bei Entz�ndungsprozessen.<br />
Es gibt verschiedene Leukozyten mit unterschiedlichen Funktionen: Einige umschlie�en Fremdstoffe, andere produzieren Antik�rper. Nur etwa 10% aller Leukos befinden sich im Blut; 90% befinden sich im Gewebe, wo sie gebraucht werden. Auch in lymphytischem Gewebe finden wir viele. Unterschieden werden ganz generell Lymphozyten, Granulozyten und Makrophagen.<br />
Wir betrachten die Leukos detailliert an anderer Stelle.</p>
<p>Weiße Blutkörperchen sind größer als die roten, enthalten einen Kern und können sich durch die Kapillarwände zwängen, um gezielt an den Infektionsherd zu gelangen.</p>
<h3>Blutplättchen (Thrombozyten)</h3>
<p>Streng genommen sind <strong>Thrombozyten </strong>keine kompletten Zellen, sondern kleine Zellbruchstücke, deren Stammzelle ebenfalls im Knochenmark gebildet wird. Ihre Aufgabe ist die <strong>Reparatur geschädigter Blutgefäße</strong> und die Verhinderung von Blutungen. Im Fall einer Verletzung verformen sie sich und kleben zusammen: Der sog. <em>Thrombozytenpfropf </em>bildet sich. Mehr zur Blutgerinnung folgt.<br />
Thrombozyten enthalten zudem kleine <strong>Granula </strong>(= Körnchen) mit wichtigen <em>Enzymen für die Blutgerinnung und Gerinnungsfaktoren</em>.</p>
<h2>Blutzellbildung (Haematopoese)</h2>
<p>Die Zellen des Blutes entstehen im <em>Knochenmark</em>. Ausgehend von einer gemeinsamen Stammzelle (der sog. pluripotenten, also wörtlich übersetzt: viel könnenden Stammzelle) bilden sich je nach Bedarf und Anlass die verschiedenen Zellarten aus.<br />
<em><strong>Erythropoetin </strong></em>aus der Niere etwa regt die Bildung neuer, zusätzlicher Erythrozyten an. <strong><em>Thrombopoetin </em></strong>hingegen &#8212; der Name deutet es bereits an &#8212; führt zur Bildung neuer Thrombozyten.<br />
Wichtig sind die &#8220;gemeinsame Mutter&#8221; ganz oben sowie die Zellen in der letzten Reihe. In unserem Blut kursieren fast ausschließlich ganz fertige Zellen. Es gibt aber Erkrankungen, bei denen vermehrt jugendliche (also noch nicht ganz fertige) Zellen im Blut herumschwirren, die wir aber an dieser Stelle nicht besprechen.</p>
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