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Das extrapyramidale System (Extrapyramidal-motorisches System, EPMS) , dessen Bahnen — wie die des Pyramidalen Systems auch — vom Großhirn zum Rückenmark ziehen, hat die Startpunkte in Kerngebieten (den Basalganglien; Ganglien sind Nervenzell-Haufen) unterhalb der Rinde. (Teilweise liegen sie aber auch im Hirnstamm). Innerhalb dieses Systems ist Dopamin ein entscheidender Transmitter, vor allem in der Schwarzen Substanz, die unten genauer beäugt wird.
Das Extrapyramidale System heißt so, weil seine Bahnen zwar parallel mit denen der Pyramidenbahn zum Rückenmark ziehen, aber eben nicht durch die Pyramide im verlängerten Mark (der Medulla oblongata), sondern außerhalb. Beide Systeme sind funktionell eng verzahnt, und eigentlich hätte das EPMS einen einfallsreicheren Namen verdient. Es ist nämlich sehr wichtig, wie sich bei Parkinson-bedingten Ausfällen zeigt. Worin aber unterscheiden sich die Pyramidenbahn und das EPMS?
Die Pyramidenbahn vermittelt die willkürlichen Anteile der Bewegung: Mensch denkt, in der vorderen Zentralwindung als primäres motorisches Zentrum rührt sich etwas, und die Pyramidenbahn leitet die Impulse zum Rückenmark, wo sie auf Neuronen umgeschaltet werden, die über eine spezielle Synapse, die motorische Endplatte, das Signal auf den Muskel übertragen, der sich daraufhin kontrahiert.
Das Extrapyramidale System hingegen steuert die unwillkürlichen Anteile bei. Unwillkürliche Anteile bei willkürlichen Bewegungen? Klar. Die Sinne (Augen und Gleichgewichtssinn im Innenohr) vermitteln Eindrücke, die wir in unsere Bewegung einbauen müssen. (Tun wir’s nicht, laufen wir ständig gegen die Wand oder starten Bewgungsversuche, bevor wir im wahrsten Sinne in der richtigen Lage sind.) Das Kleinhirn als koordinierendes motorisches Zentrum hat dabei auch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Ach, und Muskeln und Gelenke übermitteln dem Gehirn über sensorische Zellen, wie die Muskelspannung und die Gelenkstellung ist. All das müssen wir bei unseren Bewegungen einplanen.
Man stelle sich nun vor, dass wir das wirklich tun müssten — zu unserer willkürlichen Entscheidung, uns bewegen zu wollen, käme das dann auch noch hinzu. Ich wette, wir könnten vor lauter Überlegung keinen einzigen Schritt machen. Also steuert das Gehirn diese Eindrücke unwillkürlich hinzu. Wir wollen uns bewegen, und das Finetuning, die genaue Abstimmung übernimmt dabei das extrapyramidale System. So halten wir das Gleichgewicht und können feine Bewegungsabstimmungen machen, selbst bei komplexen Bewegungsmustern.
Ein Teil des Systems, die Schwarze Substanz im Mittelhirn, steht über zahlreiche Schaltkreise mit der Großhirnrinde (Cortex), dem Thalamus (als Filterstation), dem Striatum und anderen Bereichen in Verbindung. Über ihre dopaminergen Neurone werden Signale vermittelt, die besonders auf die Planung und den Beginn einer Bewegung wirken („Starterfunktion“). Entsprechende Schwierigkeiten beim Ausfall der Schwarzen Substanz sind bei Parkinson zu beobachten.
Basalganglien – Extrapyramidales System
Die Parkinson-Krankheit ist eine der bekanntesten Erkrankungen des extrapyramidal-motorischen Systems (EPMS) bzw. der sog. Basalganglien.
Das extrapyramidal-motorische System wurde so definiert, dass dieses System jene motorischen Strukturen zusammenfasst, die mit der Pyramidenbahn nicht unmittelbar in Zusammenhang stehen. Sie sind jedoch funktionell eng mit diesem verknüpft. Heute benennt man das EPMS lieber als Basalganglien.
Extrapyramidal [lat.: außerhalb der Pyramidenbahn befindlich]. ‒ Das extrapyramidale System ist die Gesamtheit von Hirn-Nervenzellen, die zusammen mit dem Pyramidenbahnsystem die Skelettmuskulatur innervieren sowie den Muskeltonus und Bewegungsabläufe regulieren.
Im Nucleus caudatus und dem Putamen, zusammengefasst als Striatum, verlaufen von der Schwarzen Substanz aus die dopaminergen Bahnen. Hier geht ohne Dopamin nichts. Dopaminerg bedeutet: Auf Dopamin angewiesen.